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Mendorf-Reisen beerbt Haubold

ASCHERSLEBEN/MZ Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall. Auf kaum ein Problem trifft dieser Satz momentan so zu wie auf die gegenwärtige Situation beim Personennahverkehr des Landkreises. Seit dem Fahrplanwechsel am 1. August ist das Unternehmen Haubold, das bisher einen großen Teil der Linien in Staßfurt und Hecklingen fuhr, aus dem Geschäft. Stattdessen hat die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) den Ascherslebener Unternehmer Mike Schubert mit seiner Firma Mendorf-Reisen beauftragt, den Busverkehr auf den in Rede stehenden Strecken abzusichern. Mendorf stellt dafür die Busse und Fahrer zur Verfügung.

Dabei ist diese Lösung zunächst eine für vier Wochen: Die Vergabekammer Halle hatte nach Veto des unterlegenen Haubold entschieden, dass die Leistung des Subunternehmers noch nicht vergeben werden darf. Mit einer endgültigen Entscheidung ist nach Auskunft von Fachbereichsleiter Thomas Michling erst Ende des Monats zu rechnen.

Auslöser des Streites zwischen Landkreis bzw. der KVG und dem privaten Unternehmen Haubold ist das Auslaufen der Konzession. Der Kreistag hatte die KVG mit der Direktvergabe zum 1. August beauftragt, wobei etwa 30 Prozent des Geschäftes an private Subunternehmer vergeben werden sollen. Die Entscheidung, dass das Hecklinger Unternehmen nach einer Ausschreibung nicht mehr dabei ist, sieht der Landkreis als rechtens an. Zahlreiche Verfahren dazu laufen noch.

Wie tief der Stachel bei der Firma Haubold sitzt, zeigt ein Pressegespräch zum Fahrplanwechsel, das die Teilnehmer am Busbahnhof zusammengeführt hatte. Der Termin unter freiem Himmel sollte auch dazu dienen, das Unternehmen Schubert vorzustellen. Dies klappte nicht ganz so reibungslos, denn laut hupend versuchten zwei immer wieder vorbeifahrende Haubold-Busse, das Gespräch zu unterbrechen und zu stören. Derweil betont Mike Schubert, dass die Firma Mendorf seit 2003 im Busgeschäft unterwegs ist und große Erfahrung mitbringt. Corona habe auch sein Unternehmen hart getroffen, und mit der Teilnahme an der Ausschreibung habe er eine Chance erkannt und genutzt. „Wir können es, und das richtig gut“, sagt er selbstbewusst.

Dennoch gab es mit dem Start am vergangenen Sonnabend einige kleinere Probleme, wie die Vertreter der KVG einräumten. So seien einige Busse nicht pünktlich gewesen, so dass Anschlusszüge nicht erreicht worden. Im Raum Bernburg konnte eine Haltestelle wegen parkender Autos nicht angefahren werden. Dies sei ärgerlich, „bei einer Fahrplanumstellung aber immer so.“ Der Appell von Janko Wilke als Chef der KVG ging dahin, sich mit Beschwerden direkt an die KVG zu wenden. „Wenn es Probleme gibt, werden wir sie abstellen“, sagt auch Schubert, der auf geschulte Fahrer und moderne Ortungssysteme in den Bussen verweist. „So können wir nach Ursachen suchen.“

Aschersleben, 6. August 2020
VON KERSTIN BEIER

Quelle: epages.mz-web.de/data/115063/reader/reader.html

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